Home | english | Impressum | Sitemap | KIT

Umsetzung der wissenschaftlich-technischen Ergebnisse in Endlagerprojekten

Das Entsorgungskonzept der Bundesrepublik sieht die Endlagerung aller Arten radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen vor. So soll höchsten Ansprüchen an die Sicherheit entsprochen und eine über geologische Zeiträume zu gewährleistende Isolierung radioaktiver Abfälle von der Biosphäre realisiert werden.

Endlager PrinzipskizzeDie Prinzipskizze zeigt die Erdoberfläche mit den Schachtanlagen, das Grundwasser führende Deckgebirge (braun) und die in mehreren hundert Metern Tiefe liegende Endlagerformation (blau).
Zwei bergmännisch erstellte Schächte führen von der Tagesoberfläche zum Endlager, dessen Hohlräume als Strecken, Kammern oder Bohrlöcher aufgefahren werden.
Diese unterschiedlichen Hohlraumarten sind für die Aufnahme verschiedener, zur Endlagerung vorgesehener Abfallformen, bestimmt.

Zu den dabei auftretenden natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fragestellungen wird in Deutschland seit rund 40 Jahren Forschung und Entwicklung (FuE) betrieben. Durch diese FuE-Arbeiten werden die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen für die Endlagerung auf verschiedenen Gebieten der Geowissenschaften, der Chemie - insbesondere der Radiochemie - und Mineralogie, der Ingenieurtechnik und der numerischen Systemmodellierung – für die Sicherheitsanalyse für Endlager – geschaffen (Infomaterial Förderkonzept Entsorgung). Die Besonderheit des FuE-Gebiets liegt in den an das Endlagersystem gestellten Anforderungen und der voraussichtlich einmaligen Umsetzung in die Praxis begründet. Die Entscheidungen, die im Rahmen des Endlagerprojektes (für Wärme entwickelnde Abfälle) getroffen werden, fixieren Randbedingungen für eine mehrere hunderttausendjährige Entwicklung.

Umsetzung der wissenschaftlich-technischen Ergebnisse in Endlagerprojekten – Aufgabe und Herausforderung für BMU/BfS: In der Bundesrepublik Deutschland hat der Gesetzgeber 1976 dem Bund die Verantwortung zur Einrichtung von Anlagen zur Endlagerung radioaktiver Abfälle auferlegt (§ 9a Abs. 3 des Atomgesetzes, AtG). Mit der konkreten Durchführung dieser Aufgaben ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betraut worden (§ 23 Abs. 1 Nr. 2 AtG). Das BfS ist dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zugeordnet und unterliegt damit bei der Durchführung der Endlageraufgaben dessen Fach- und Rechtsaufsicht.

Nach § 9a Abs. 3 des Atomgesetzes kann sich das BfS zur Erfüllung seiner Pflichten so genannter Dritter bedienen. Das BfS hat mit der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE) einen Kooperationsvertrag abgeschlossen und die DBE mit der Durchführung der Planung und Errichtung von Bundesendlagern betraut. Die Verantwortung für die Konzeptfindung verbleibt dabei beim BfS.

Im Bereich der Bearbeitung geowissenschaftlicher und geotechnischer Fragenkomplexe bei der Endlagerung arbeitet das BfS auf Basis einer entsprechenden Vereinbarung mit der zentralen Institution der Bundesregierung auf dem Gebiet der Geowissenschaften, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), zusammen.

Der in Deutschland verfolgte Entsorgungsweg ist die Einlagerung aller Arten radioaktiver Abfälle in einem Bergwerk in großer Tiefe, damit sie von der Biosphäre lange und sicher ferngehalten werden.

Das BfS ist für die Abwicklung der atom- und bergrechtlichen Verfahren der Betriebe Gorleben und Konrad sowie für die Stilllegung des Endlagers Morsleben (ERAM) zuständig.

 

Erkundungsbergwerk Gorleben, BfS

Erkundungsbergwerk
Gorleben, BfS

Endlager für nicht wärme-entwickelnde Abfälle Konrad, BfS

Endlager für nicht wärme-
entwickelnde Abfälle
Konrad
, BfS

Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM), DBE

Endlager für radioaktive
Abfälle Morsleben
(ERAM)
, DBE

 

Aktuelle Schwerpunkte der Arbeiten des BfS bilden die Arbeiten zur Stilllegung des ehemaligen Endlagers für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM), die Koordination der Arbeiten im Rahmen der Offenhaltung der Schachtanlage Konrad und des Erkundungsbergwerkes Gorleben, die abschließende Bearbeitung der sicherheitstechnischen Zweifelsfragen sowie die Begleitung der Gerichtsverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss Konrad.

Informationen zum aktuellen Stand der erwähnten Projekte sind auf den Seiten des BMU, des BfS oder der DBE zu finden. DBE realisiert im Auftrag des BfS auch die Informationsvermittlung vor Ort und über die Medien einschließlich Internet.

 

Weitere Informationen:

Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
Postfach 10 01 49
38201 Salzgitter

Mai 2012